Unsere Profile

Annette Blumenschein

(Dipl.-Kauffrau, Dipl.-Handelslehrerin)
Beraterin, Trainerin und Fachautorin für Innovation, Kreativität, Marketing und Unternehmensführung, Dozentin für Innovationsmanagement, Führung und Organisationsentwicklung an Akademien und Hochschulen deutschlandweit.

 

„Das Leben ist eine Abenteuerreise, auf der es täglich immer wieder Neues über sich und andere zu entdecken gilt..“

Ingrid Ute Ehlers

(Diplom-Industriedesignerin)
Beraterin, Trainerin und Fachautorin für Innovation, Projektmanagement und Veränderungsprozesse, Dozentin für Innovationsmanagement und Projektmanagement an Akademien und Hochschulen deutschlandweit.

 

„Zielorientierung und Begeisterung bringen Innovationsvorhaben vorwärts, Kreativ-Kompetenz liefert den Rückenwind.“

Interview

Querdenken lohnt auch bei Optimierungsüberlegungen

Brainstorming kennt jeder, Reizwortanalyse und Impulsfragentechnik kaum jemand. Querdenker verwenden solche Ideenfindungstechniken um auf Lösungen zu kommen, die sonst niemand kennt. keNext wollte wissen, ob sich das Querdenken auch für die Branche lohnt und sprach mit Annette Blumenschein und Ingrid Ute Ehlers, Frankfurt.

Frau Blumenschein, Frau Ehlers, warum lohnt es sich für Ingenieure und Konstrukteure, quer zu denken?
Grundsätzlich lohnt es sich natürlich für jeden Menschen, quer zu denken, sich also abseits der gewohnten Denk- und Verhaltensmuster zu bewegen. Durch unsere über 20-jährige Erfahrung als Management-Trainerinnen sowie in unserer Beratungspraxis nehmen wir darüber hinaus wahr, dass gerade die technisch orientierten Berufe ja immer wieder vor der Herausforderung stehen, kreative Problemlösungen zu erarbeiten. Beispielweise im Rahmen von Optimierungsüberlegungen für Prozesse und Verfahren, bei der Produktentwicklung oder auch begleitend in Projekten und KVP-Prozessen und im Wertschöpfungsmanagement. Genau dafür bietet das Querdenken unverzichtbare Impulse.

Was unterscheidet das Querdenken von der sonst üblichen Art zu denken?
Im Tagesgeschäft herrscht ein zielgerichtetes, eher linear zu interpretierendes Denken vor, also Schritt für Schritt und schnurstracks ans Ziel. Dabei erfasst diese gedankliche Vorgehensweise den aktuellen Zustand, beschreibt die aktuell gültigen Vorgehensweisen, erhebt Standards und schafft so teilweise geschriebene, teilweise ungeschriebene Gesetze. Ein solches Ausgehen von Bestehenden und seine Weiterentwicklung führen über die kontinuierliche Verbesserung zwar durchaus zu inkrementellen Innovationen. Doch ein Prozessmusterwechsel, also etwas bisher noch nicht Dagewesenes, kann auf diese Weise nicht entstehen. Hier sind Quantensprünge des Denkens gefordert, völlig neue Betrachtungsweisen durch das Querdenken und der Mut, das zurzeit noch Unmögliche für möglich zu halten.

Sie trainieren under anderem auch Ingenieure und Konstrukteure. Welchen Tipp würden Sie dieser Gruppe geben?
Bei unseren On-the-job-Einsätzen bemerken wir, dass Menschen aus technischen Berufen, also beispielsweise auch Ingenieure und Konstrukteure über eine hohe analytische Kompetenz verfügen, und dass sie ein starkes Bedürfnis nach Struktur und Systematik haben. Dies ist sinnvoll und notwendig, wenngleich es aus unserer Sicht ebenso wichtig ist, auch einmal einen gedanklichen Umweg zu gehen, bewusst abwegig und scheinbar verrückt vorzugehen. Umwege erhöhen die Ortskenntnis, dies gilt im realen Leben genauso wie mental. Und schon Einstein wusste, dass man ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen kann, die zu seiner Entstehung beigetragen haben. Deshalb empfehlen wir gerade Ingenieuren und Konstrukteuren, gezielt neue und andere Denktools einzusetzen, die das Gehirn provozieren, denn eben dadurch wird das Neue hervorgerufen, damit gelingt es wirkungsvoll, zu neuen Sichtweisen und originellen Lösungsansätzen zu gelangen.

Die Fragen stellte Angela Unger, Redaktion ke NEXT

Interview auf ke NEXT